multisensorisches Lernen (& Lehren)

 

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Multisensorisches Lernen: Möglichst mit mehreren Sinnen lernen.

 

Auf der Suche nach der individuell am besten geeigneten Lernmethode schien Frederic Vester 1975 mit der Erstauflage seines populären Buches 'Denken, Lernen, Vergessen' eine ideale Lösung gefunden zu haben.

 

Vester vertrat die Ansicht, dass es unterschiedliche Lerntypen gebe, die jeweils eine Präferenz für eine bestimmte Art der Informationsaufnahme haben:

  • Der auditive Lerntyp lerne am liebsten / erfolgreichsten durch Hören.

  • Der visuelle / optische Lerntype lerne am liebsten / erfolgreichsten durch Anschauen und Beobachten.

  • Der haptische Lerntyp lerne am liebsten / erfolgreichsten durch Anfassen und Tun.

  • Der intellektuelle Lerntyp lerne am liebsten / erfolgreichsten durch Nachdenken und Einsicht.

Deshalb sei es zunächst hilfreich herauszufinden, welchem Lerntyp der betreffende Lernende entspreche. Nach der Analyse brauche er nur noch die auf ihn passenden Lernmethoden anzuwenden. - Der auditive Lernende zum Beispiel solle sich um Vorlesungen und Vorträge bemühen; das Anhören von Toncassetten sei speziell für ihn besonders geeignet.

 

Das Lerntypen-Modell nach Vester erschien allgemein plausibel und hatte sich rasch verbreitet. Es wird auch heute noch von der überwiegenden Anzahl der Lehrenden (Lehrer, Trainer, Ausbilder) für richtig erachtet.

 

Interessanterweise wurden in der Folgezeit zwar zahlreiche Lerntypen-Tests entwickelt, aber die Wissenschaft hat bislang die Richtigkeit der diesen Tests zugrunde liegende Theorie nicht beweisen können. Inzwischen wächst die Skepsis. (Kritische Auseinandersetzung mit der Lerntypen-Theorie.)

 

 

Neurologische Entdeckung

 

(Erkenntnisse auch des 'Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen, ZNL', Ulm)

 

Seit wenigen Jahren ist es möglich, dem (lebenden) Gehirn bei seiner 'Arbeit' zuzuschauen. Dabei konnte durch Bild-gebende Verfahren nachgewiesen werden, dass

  • durch passives Lesen (Schwarzweiß-Texte)

  • durch Betrachten farbiger Bilder,

  • durch bewusstes Nachdenken (z. B. schlussfolgerndes Denken),

  • durch Sprechen,

  • durch Hören von Sprechtexten oder musikalischen Informationen,,

  • durch Schreiben,

  • durch Zeichnen / Malen,

  • durch Ganzkörper-Bewegungen

jeweils unterschiedliche Gehirn-Areale aktiviert werden.

 

 

Sinnbild für multisensorisches Lernen: Verschiedene Gehirn-Areale sind beteiligt. (nach einer Idee von Dr. Manuela Marcedonia, Wels / Österreich)

 

 

Folgendes ist inzwischen ebenfalls weitgehend nachweisbar:

  • Je mehr unterschiedliche Gehirn-Areale beim Lernen aktiviert werden,

  • ... desto größer ist die dabei entstehende Vernetzung der Gehirnnerven,

  • ... desto intensiver die Speicherung der betreffenden Informationen,

  • ... desto leichter können diese Informationen erinnert werden.

 

Diese neurobiologischen Feststellungen bestätigen die traditionelle pädagogische Empfehlung: "Beim Lernen möglichst viele Sinne einsetzen!" ('multisensorisches Lernen').

 

Die neurobiologischen Erkenntnisse sind wahrscheinlich auch die Begründung dafür, dass

  • visuelle Infos nicht nur für 'visuelle Lerntypen' geeignet sind,

  • auditive Infos nicht nur für 'auditive Lerntypen' geeignet sind,

  • kinästetische Infos (unter Anderem: Bewegungsabläufe) nicht nur für 'kinästetische (haptische) Lerntypen' geeignet sind ...

 

* * *

 

 

Beispiele für multisensorisches Lernen, bei denen speziell auch Bewegungen integriert sind, die über die Fingerbewegungen beim Schreiben oder Zeichnen hinausgehen, finden Sie über die folgenden Links:

Mit speziellen Bewegungen leichter eine Sprache lernen

  • 'Englisch in der Grundschule' - hier
     

Bewegungs-verknüpfendes Lernen für andere Inhalte

 

 

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