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Zehn
Lerntipps für
Eltern:
Diktate der
etwas anderen Art (Laufdiktat)
(Dieser Beitrag wurde bereits in einer
früheren memoNews-Ausgabe veröffentlicht; sie können die memoNews kostenfrei
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Wenn Sie es für notwendig erachten,
mit Ihrem Kind Diktate zu üben, dann braucht Ihr Kind noch lange nicht
darüber begeistert zu sein ...
Lern-Prozesse gegen den Willen der
Lernenden sind generell unergiebig; Lernen mit Freude (mit
Motivation!) ist dagegen ungleich erfolgreicher!
Sofern Ihnen, als Eltern, lediglich Ideen
fehlen, wie Sie 'lustvolles Lernen' auslösen könnten, dann werden die
folgenden Gedanken hilfreich sein:
-
Wenn unsere Kinder zu schreiben
anfangen, dann könnten wir zunächst alle Fehler tolerieren! Wir
könnten unsere Kinder allein schon für die Tatsache loben, dass
sie bereits Freude am Schreiben haben und
wie sie bereits schreiben!
Alles, was wir selber einmal zu tun anfingen, haben auch wir nicht sofort
richtig gemacht, weder das Kochen von Mahlzeiten, noch das Bohren von
Dübel-Löchern in Betonwände, noch das Führen eines Autos. - Wie
empfanden wir es denn damals, wenn ein 'Wissender' dann sofort an
unserem noch nicht perfekten Tun herum gemäkelt hatte: eher motivierend
oder eher demotivierend?
-
Eine weitere Möglichkeit, die vorhandene
Schreib-Motivation nicht kaputt zu machen bzw. sie zu fördern, ist, dass
wir nur solche Texte für Übungs-Diktate nutzen, an deren Inhalten unsere
Kinder stark interessiert sind - die sie als 'echt affengeil' empfinden.
Außer Texten zu 'Schminken', 'Fußball', 'Musik' usw. könnte es sich auch
um Texte mit Witzen handeln!
-
Da das
Lesen von Texten gleichzeitig eine Vorbereitung zum orthografisch
richtigen Schreiben darstellt (und umgekehrt!), sollten Lesen und
Schreiben optisch gleich sein: Wenn unsere Kinder die Texte in
den Schulbüchern nur in Druck-Buchstaben zu lesen bekommen, dann sollten
unsere Kinder auch die Diktate in Druck-Buchstaben schreiben
dürfen!
-
Recht schnell stellt sich heraus, dass es
ja nur relativ wenige Wörter sind, die unsere Kinder noch nicht richtig
schreiben können. Warum müssen wir unsere Kinder dann trotzdem mit den
kompletten
Diktat-Texten 'quälen'?
Wir könnten unsere Kinder vor dem 'Diktat' (der etwas anderen Art) den
kompletten Text lesen lassen und mit ihnen gemeinsam überlegen,
welche Wörter darin wahrscheinlich 'schwierig' sind und mit
welchen Gedanken ('Tricks' / Merkhilfen) man es sich einprägen könnte,
wie diese Wörter geschrieben werden, z. B. Großschreibung, weil dieses
Wort auf "-heit", "-keit" oder "-ung" endet.
Auf diese Weise geben wir unseren Kindern die Möglichkeit, vorab
besonders aufmerksam hinzuschauen, wie die schwierigen Wörter richtig
geschrieben werden und warum diese Wörter so geschrieben werden! - Diese
Konzentration auf das Wesentliche ist doch eigentlich genau das, was wir
wollen! Oder empfinden wir dieses vorherige Hinschauen als eine Art
'Schummeln' oder unzulässige 'Vereinfachung'?
Also: WELCHE Wörter, WIE und WARUM?
-
Mit PC-Technik und Internet-Zugriff ist es
heute kein großer Aufwand mehr, inhaltlich motivierende Texte zu finden
und in ansprechender Weise aufzubereiten: insbesondere große
Schrift-Type, zweifache Ausfertigung (Original und Lückentext), ggf. die
Absätze in unterschiedlichen Farben ausdrucken.
-
Den Lückentext (Lücken für die vermuteten
schwierigen Wörter) könnten wir als Erstes für ein Spiel verwenden:
Welche Wörter fehlen denn wohl? - Wenn unsere Kinder diesen ersten
Schritt zum Diktat als lustiges Spiel empfinden, dann ist das
'Motivation pur'!
-
Wir könnten unsere Kinder anspornen, die
Lücken in Schönschrift zu füllen. In Schönschrift zu schreiben,
bedeutet, größere Aufmerksamkeit für das Schreiben aufzuwenden (und mehr
Zeit für die Erinnerung an das Wie und das Warum zu haben).
Darüber hinaus könnte - neben dem Text-Inhalt - ein schönes Schriftbild
für unsere Kinder Anlass sein, diese Übungs-Diktate zu sammeln.
Wenn unsere Kinder zu diesen Texten dann auch noch ihre eigenen Gedanken
ergänzend dazu schreiben oder ein passendes Bild malen, dann wird
dadurch die 'Attraktivität' dieser Unterlage zusätzlich gesteigert.
-
Die Text-Lücken werden sicherlich nicht
sofort nur mit richtig geschriebenen Wörtern gefüllt. Um die
Attraktivität der Unterlage zu erhalten, könnten wir unsere Kinder die
zunächst noch falsch geschriebenen Wörter jeweils mit einem weißen
Klebestreifen (Adress-Etiketten) überkleben lassen und die betreffenden
Wörter auf diesen Klebestreifen richtig eintragen lassen. - Es würde
nicht dem Zweck der Übung widersprechen, wenn man die betreffenden
Wörter sicherheitshalber auf einem Schmierpapier vorschreiben ließe.
-
Wir könnten
die vom Kind in die Lücken einzusetzenden Wörter diktieren oder es ganz
anders organisieren: Der Original-Text befindet sich ein oder zwei Meter
vom Schreibplatz entfernt. Das Kind liest die zu schreibenden Wörter,
prägt sie sich ein und schreibt sie aus der Erinnerung am Schreibplatz
auf.
Ein solches 'Lauf-Diktat' hat zwei entscheidende Vorteile: Das Kind kann
auch bei dieser Tätigkeit seinem Bewegungsdrang nachgeben ('Lernen in
Bewegung' ist eine erfolgreiche Lerntechnik!), die Konzentration auf das
einzuprägende Wort erhöht die Wahrnehmung für die richtige Schreibweise
und fördert die Erinnerung.
-
Wir könnten unsere Kinder diese Diktate
selber 'zensieren' lassen, aber vielleicht in einer anderen Weise, als
sie von der Schule her kennen, z. B. "Von zwölf schwierigen Wörtern
bereits drei schon beim ersten Anlauf richtig geschrieben!"
Diese Ergebnis-Formulierung könnten wir bei der Text-Erstellung am PC -
mit Ausnahme der beiden entscheidenden Zahlwörter - gleich mit dazu
setzen.
Es wäre sicherlich auch für unsere Kinder interessant zu verfolgen, wie
sich diese Erfolgs(!)-Werte im Laufe der Zeit verbessern. - Nebenbei(!)
ergibt sich damit auch ein spannender Anlass, die Bruch-Rechnung am
praktischen Beispiel zu erleben ...
Linktipp: 'Zauberbilder
für die Rechtschreibung'
Wenn es schon notwendig ist, dass Sie, als
Mutter oder Vater, zu Hause 'Nachhilfe' geben: Vielleicht haben Sie
mit diesem Lehr- / Lerntipp einige Anregungen bekommen, damit die 'Stimmung' bei dieser
'Ergänzungs-Schul-Arbeit' nicht in beiderseitigen Frust umschlägt. - Ich
selbst, als Vater, hatte seinerzeit nicht die nötige Distanz, um schon
damals zu diesen Einsichten zu kommen. Auch an Eltern-Abenden und
Eltern-Sprechtagen habe ich diese Ideen (bis auf das 'Lauf-Diktat')
leider nicht vorgestellt bekommen ...
Welcher anderen Mutter, welchem Vater
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Weil ich immer wieder mal darauf angesprochen
werde: Ich persönlich führe keine Lerntechnik- / Gedächtnistrainings
für Kinder durch.
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Führungskräfte'. Dazu gehören Gruppen- / Abteilungsleiter,
Chef-Sekretärinnen, Spitzen-Verkäufer, Top-Führungskräfte, Referenten,
Ausbilder, Trainer in der Erwachsenen-Bildung - gelegentlich auch Lehrer.
Ich führe Workshops zum Beispiel innerhalb
von Incentiv-Veranstaltungen durch; immer wieder mal halte ich auch
motivierende / aktivierende ImpulsVorträge vor großen Gruppen mit 60, 100,
200, ... Personen.
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