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Gastbeitrag von

Gert von Kunhardt, Gesundheitssenator h.c. und

Marlén von Kunhardt, Gesundheitspädagogin

 

Gastautor: Gert von Kunhardt, Gesundheitssenator h.c.

 

Vorbemerkung:

 

Bewegung spielt eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Gehirns.

 

Wenn man bei google die Stichworte 'Bewegung' und 'Intelligenz' eingibt, bekommt man über eine Million Treffer, meist in Verbindung mit Kindern, Schule und Behinderten.

 

Dass aber Bewegung ein Leben lang große Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns hat, wird an der dramatischen Entwicklung von Demenzerkrankungen deutlich. Man kann heute sagen, dass diese Erkrankungen mit großer Wahrscheinlichkeit selbst bei denen verhindert werden können, die dazu eine genetische Disposition haben, sofern die Menschen – besonders feinmotorisch - in Bewegung bleiben.

 

Wildor Hollmann sagt sogar: "Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann man mit dem Faktor Bewegung Alzheimer und andere Demenzen verhindern." 1)

 

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1)

Fingerübungen verhindern Parkinson und Demenz

 

Wer ganz bewusst seine Finger aktiviert, also Klavier spielt, häkelt, schnitzt oder andere Geschicklichkeitsübungen macht, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Parkinson, Alzheimer oder andere Demenzerkrankungen erleiden.

 

Fahrradfahrer sollten sich japanische Fingerspiele an den Lenker machen, um während der Fahrt mit den Fingern aktiv bleiben zu können.

 

Quelle: Prof. Dr. Wildor Hollmann, Sportärztliche Weiterbildung im Kurhaus auf  Langeoog, 16. 6.2004

 

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Keine Zeit und trotzdem fit

 

Wie viel Bewegung braucht der Mensch, um gesund zu bleiben und wie viel Zeit muss er dafür investieren?

 

Sportwissenschaftler errechneten, dass es zwischen 8 – 10000 Schritte pro Tag sein müssten. Tatsächlich geht der Bundesbürger aber nur 400 - 700 Schritte. Eine Riesendiskrepanz, wenn man bedenkt, dass die Leistungsfähigkeit aller inneren Organe genau so groß ist wie die Funktionalität der äußeren Muskulatur. Man denke an die Bauchspeicheldrüse, Herz, Leber, Lunge, das Immunsystem, etc. und zusätzlich auch an die Qualität und Menge der Hormone, Botenstoffe, Enzyme, Transmittersubstanzen, einschließlich der für das Andocken zuständigen Rezeptoren. Sie sind sämtlich in ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit von ausreichend muskulärer Bewegung abhängig.

 

Hirnforscher Johannes Holler geht so weit, damit die Intelligenz beeinflussen zu  können: "Sport ist Voraussetzung für geistige Beweglichkeit. Wenn du wissen willst, wie fit dein Gehirn ist, dann fühle deine Beinmuskulatur."

 

80 Prozent der heute diagnostizierten Krankheiten könnten durch zusätzliche stoffwechselaktive Bewegung vermieden oder - wie beispielsweise bei Depressionen - gemildert werden.

 

Mit dem Joggen ist das so ein Problem: Wildor Hollmann wies bereits 1987 nach, dass sich die meisten Freizeitsportler definitiv so überfordern, dass allein die Laktatwerte (Milchsäure) die gesundheitlich optimale Menge durchschnittlich um das Vierfache übersteigen. Die hochaggressiven Phenylbenzole steigen um über 70%. Bodo Kuklinski: "Sie beginnen einfach drauflos zu joggen – das Falscheste, was sie machen können: Die Citrullinsynthese steigt an und bewirkt damit eine Motochondropathie (Zellkernzerstörung)."

 

Die Sauerstoffradikale haben freie Bahn und beschleunigen den Alterungsprozess im Zeitraffer. Das Immunsystem leidet, reagiert asthmatisch, die Infektanfälligkeit steigt an. Das ist richtig dumm. Statt Energie durch Sport zu gewinnen, wird diese gebraucht, um den selbst verursachten Schaden zu begrenzen und zu reparieren. So wird nicht nur Zeit und Energie sinnlos verpulvert. Es entsteht auch keine Bewegungsfreude. Die Devise müsste also lauten: Speichern statt verpulvern. Erfrischen statt erschöpfen. Richtig wäre einfach mehr Mut zur Langsamkeit!

 

Wer schweißtreibend läuft, provoziert eine Übersäuerung, die sich keiner anmerken lässt und wahrscheinlich auch nicht bemerken kann, weil die mit der Übersäuerung einhergehende Betaendorphin-Ausschüttung um bis zu 300 % über dem in muskulärer Ruhe gemessenen Zustand ansteigt.

 

Wie kann das geändert werden? Joggeln statt Joggen.  Das Tempo wird so weit reduziert, dass sich die Läufer mühelos unterhalten können. Durch dieses bummelnde Laufen wird dem Organismus genügend Zeit und Gelegenheit gegeben, sich an die geforderte Belastung anzupassen.

 

Läufer, die sich zu Beginn eines Ausdauertrainings nur von ihrem Gefühl leiten lassen, kommen nach Hollmann fast zwangsläufig in das Stadium der Übersäuerung. Von daher ist es richtig, mit Verstand zu laufen, d. h. sich die Notwendigkeit eines 'übertrieben' langsamen Laufes (subjektive Unterforderung) vor Augen zu führen und ganz bewusst langsam zu traben. Bei nur 15 Minuten Dauer gibt es einen Quantensprung zwischen Aufwand und Nutzen.

 

Unser Körper ist eine lebende Pharmafabrik

 

Unser Körper ist in der Lage, alle Medikamente selbst zu bilden, die wir in der Apotheke für unsere Gesundheit kaufen können, wenn wir nur aufmerksam mit ihm umgehen. Das geht umso besser, wenn wir durch den ganzen Tag ein bewegtes Leben führen.

 

Das heißt, wir beginnen den Tag mit zeitsparenden 'Minutentrainings' schon beim Zähneputzen in der Ski-Abfahrtshocke. Spannen zwischendurch fünfmal am Tag unsere Gesamtmuskulatur für jeweils fünf Sekunden an.

 

Diese isometrischen Anspannungen bewirken das schnellstmögliche Muskelwachstum. Wir nutzen außerdem die Wirkung des Trainings mit elastischen Bändern. Sie haben durch ihre linear ansteigende Zuglast einen besonders großen Trainingseffekt. Fünf Minuten am Tag genügen bereits, um den alternsbedingten Muskelverlust zu verhindern und uns unsere Kraft bis ins hohe Alter zu erhalten. So können wir physiologisch sogar zwanzig Jahre jünger bleiben.

 

Einige Beispiele, die keine zusätzliche Zeit erfordern:

Kopf anheben ---- Recken / Strecken

 

Trampolin-schwingen  --- 'Ski-Abfahrtshocke'

 

Kopf bewegen --- Balancieren

 

 

Muskeln stärken  --- Balnacieren ---  Koordinieren

 

 

 

Wenn Sie die folgenden Punkte nutzen, haben sie es schon geschafft:

  • Weil Sie überzeugt - nicht überredet - sind, fassen Sie einen Entschluss: Ja, ich will in diesem oder jenem Punkt mein Leben ändern.
     

  • Weil Sie nicht scheitern wollen, setzen Sie die Hürde nicht zu hoch, sondern fangen klein an (Prinzip der subjektiven Unterforderung) nach dem Motto: Erfrischen statt erschöpfen.
     

  • Weil Sie sich in Zugzwang bringen wollen, entwickeln Sie einen Plan: Wann fange ich an? Wie oft, wie lange und wo will ich was tun?
     

  • Weil Sie sicher gehen wollen, legen Sie sich ein Kontrollsystem zu (Verabredung mit Trainingspartner, Einplanung im Terminkalender, Vertrag mit sich selbst schließen usw.).
     

  • Weil selbst das nicht ausreichen könnte, suchen Sie sich einen 'Paten', der regelmäßig nachfragt, ob es geklappt hat.
     

  • Weil es nicht umsonst sein soll, setzen Sie sich selbst eine Belohnung aus.
     

  • Weil ein Tag ohne Bewegung ein Verlust ist, machen Sie sich bewusst, dass jedes Training ein Gewinn ist (und wenn es nur fünf Minuten sind).
     

  • Weil Sie sich nicht jedes Mal neu überwinden wollen, fangen Sie einfach an.

Es geht letztlich nicht darum, ein Teilzeitjogger zu werden, sondern die körperliche Aktivität als einen natürlichen Bestandteil unseres Lebens wiederzuentdecken. Es ist übrigens ein Märchen, dass man dazu viel Zeit brauchte. Das Gegenteil ist richtig. Durch eine geringe Zeitinvestition gewinne ich Zeit, weil mir alles »besser von der Hand geht«.

 

Es geht wirklich: Keine Zeit und trotzdem fit! Selbst bei 70-jährigen und älteren Menschen sind noch erstaunliche Muskelzuwächse und deutliche Verbesserungen der Herz-Kreislauf-Leistung möglich.

 

Es ist selten zu früh und nie zu spät, mit einem bewegten Leben anzufangen. Es kommt nur darauf an, ob Sie es wirklich wollen. Und dann tritt auch schon das alte Sprichwort in Kraft: »Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!«

 

Und nun: Fangen Sie einfach an!

 

Buchempfehlung 'Keine Zeit und trotzdem fit', 'Die Heilkraft der Bewegung' über www.kunhardt.de -

Bewegung ist Leben, Lindenweg 24, 23714 Malente, gert@kunhardt.de

 

 

 

siehe auch Gastbeitrag 'Brainwalking'

 

 

 

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