Manfred Spitzer: Lernen – Gehirnforschung und Schule des Lebens

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Impressum

 
 

Vorbemerkung

 

 

Es ist eine Angewohnheit von mir, Fachbücher 'mit dem Bleistift' zu lesen: Ich unterstreiche / markiere bestimmte Textpassagen, mache Randnotizen und verwende bestimmte Symbole (unter anderem Fragezeichen, Ausrufezeichen, einfache Grafiken). Diese Art des Lesens empfehle ich auch als Lese- / Lerntipp, denn das hat bestimmte Vorteile:

  • Der eigentlich eher passive Lesevorgang bekommt durch die eigenen Notizen (bzw. die vorangehenden eigenen Gedanken) einen höheren aktiven Anteil. Ich vergleiche dabei mein Vorwissen mit den Aussagen des Buches und bewerte sie: Das passt zu meinem bisherigen Wissen und verstärkt es, oder das scheint ein Widerspruch zu meinen bisherigen Vorstellungen zu sein. - Eine meiner Kernsätze innerhalb meiner Lerntechnik- / Gedächtnistrainings und Impuls-Vorträge: "Je größer die geistige Verarbeitungstiefe, desto größer der Lernerfolg!"

  • Wenn ich das Buch ein zweites Mal lese, kann ich mich auf die markierten / ergänzten Stellen konzentrieren. Das ermöglicht eine sehr schnelle Wiederholung. Und diese Art der Wiederholung entspricht der letzten Empfehlung der 'SQ3R'-Technik ('review').

  • Das zunächst 'fremde' Buch eines 'fremden' Autors bekommt durch meine eigenen Notizen einen persönlichen Bezug. Der persönliche Bezug erhöht meine Motivation bei der Beschäftigung mit diesem Buch und seinen Aussagen.

Als ich mich zum o. g. Spitzer-Buch (korrigierte Auflage von 2003) mit einem Diskussionspartner per eMail austauschte, rutschte mir sinngemäß folgende Bemerkung raus: "Man darf nicht alles glauben, was Spitzer so von sich gibt." - Diese flapsige Bemerkung über einen allgemein anerkannten und geschätzten Wissenschaftler, der es versteht, wissenschaftliche Erkenntnisse in unterhaltsamer Weise zu vermitteln, wirkt natürlich überheblich.

 

Nachdem ich die betreffende Mail schon an meinen Diskussionspartner abgeschickt hatte, plagte mich das schlechte Gewissen, weil ich lediglich eine allgemeine kritische / negative Bewertung abgegeben hatte, ohne sie zu begründen. Deshalb hatte ich mir anschließend die Mühe gemacht, meine handschriftlichen Ergänzungen zum Buchtext für meinen Diskussionspartner nachvollziehbar zu formulieren.

 

Diesen Text veröffentliche ich hier, weil es möglicherweise auch noch andere Personen gibt, die daran interessiert sind ...

 

 

 

Manfred Spitzer

Lernen – Gehirnforschung und Schule des Lebens

korrigierter Nachdruck von 2003

 

Zitate aus dem Buch und meine ausformulierten Anmerkungen hierzu:

 

 

"Wenn es etwas gibt, was Menschen vor allen anderen Lebewesen auszeichnet, dann ist es die Tatsache, dass wir lernen können und dies auch zeitlebens tun." (allererster Satz des Vorwortes) - Können Tiere etwa nicht lernen?!

 

 

"Wir lernen Trinken, Laufen, Sprechen, Essen, Singen, Lesen Radfahren, Schreiben, Rechnen, Englisch und uns zu benehmen – mit mehr oder weniger Erfolg." (zweiter Satz des Vorwortes) – Ich hatte mal gelernt, dass die Formulierung "laufen lernen" im lerntechnischen Sinn falsch formuliert sei, weil es sich hierbei um eine Funktionsreifung handele. Funktionsreifung sei eine von innen heraus gesteuerte Verhaltensänderung; Lernen sei dagegen eine von außen ausgelöste Verhaltensänderung.

 

 

"…denn wir alle lernen dauernd, ob wir wollen oder nicht." (Vorwort, Seite XiV) - eine für mich bereichernde Kernaussage

 

 

"Die Anekdoten sind Beispiele, Besonderheiten, die auf das Allgemeine hinter ihnen verweisen sollen. Ihre Funktion ist eine rein didaktische: Wir können uns Einzelnes besser merken als Allgemeines, …" (Vorwort, Seite XV) Er meint wohl: "Ihre Funktion ist eine rein methodische: …"

 

 

Danach folgt zur guten Veranschaulichung eine abstrakte Definition, die man wirklich kaum verstehen kann.

 

 

"… Stand der Gehirnforschung (die nicht abgeschlossen ist, sondern gerade erst richtig anfängt) …" (Vorwort, Seite XVI) Das ist eine ehrliche / realistische Aussage, bedeutet aber gleichzeitig, dass in einigen Jahren vielleicht auch einige Aussagen dieses Buches korrigiert werden müssen ...

 

 

"Mit Kassetten für das Lernen im Schlaf ….obwohl das Ganze nicht funktioniert." (Seite 1) – Ich stimme zu, dass die entsprechenden Tipps von Günther Beyer (etwa um 1980) falsch waren / falsch sind, aber dass 'Lernen im Schlaf' überhaupt nicht möglich sei, könnte genauso falsch sein, siehe sechs wissenschaftliche Erkenntnisse zum 'Lernen im Schlaf'.

 

 

"Dann gab es Lernprogramme für das sehr rasche Lesen (ein Buch in einer Stunde etc.), was auch nicht geht, es sei denn, man nimmt einfach nichts zur Kenntnis." (Seite 1) – Ich vermute, dass Spitzer Recht hat, obwohl ich davon überzeugt bin, dass vieles und häufiges Lesen dazu beiträgt, schneller zu lesen als zuvor. - Ein solches praktisches 'Lese-Training' führt zu besseren Lese-Erfolgen. - Außerdem gibt es erlernbare Lese-Techniken (unter anderem das Markieren von Textstellen), die das Lesen / das Leseverständnis begünstigen. - (mein separater Beitrag plus Übungen zu 'Schnell-Lesen')

 

 

"Auch mit vermeintlich gedächtnissteigernder Musik wird Geld verdient." (Seite 1) – Auch ich habe Zweifel, dass (bestimmte) Musik allgemein gedächtnissteigernd wirkend, so wie es zum Beispiel bei der Suggestopädie empfohlen wird. ('Lernkonzerte'). Aber es könnte durchaus sein, dass (bestimmte) Musik förderlich ist. - Darüber hinaus gibt es auch eindeutige Belege für 'Lernen mit Musik': Wenn ich bestimmte Musikstücke aus der Zeit meiner großen Liebe höre, erinnere ich mich genau an diese Zeit.

 

 

"Wer glaubt, er müsse sich während der Hausaufgaben musikalisch berieseln, um das Lernen zu verbessern, der irrt!" (Seite 2) – Grundsätzlich stimme ich zu, aber: Wer gewohnt ist, Hausaufgaben mit Musikberieselung zu erledigen (= Konditionierung), der lernt vermutlich ohne diese Berieselung schlechter!

 

 

"Kein Wunder also, dass gegenwärtig die Trichter-Metapher (Anm.: Nürnberger Trichter) des passiv gedachten Lernens ganz besonders stark in Gestalt des Marktes für …. Lernsoftware boomt." (Seite 2) – Ich halte passives / berieselndes Lernen aber für möglich! - Das beste Beispiel für passives Lernen scheint mir die Werbeberieselung im Supermarkt zu sein. - weitere Beispiele für passives Lernen:

Schlagertexte lernen viele Leute auch durch vielfaches passives Hören.

 

Außerdem: "…denn wir alle lernen dauernd, ob wir wollen oder nicht." (Vorwort, Seite XiV) – Umfasst diese Formulierung / dieses Zitat (siehe oben) nicht auch 'passives' Lernen?!

 

 

 

zur Erinnerung:

Hier ging es um die Rechtfertigung für meine rausgerutschte flapsige Formulierung:

"Man darf nicht alles glauben, was Spitzer so von sich gibt."

 

 

übrigens: Kritischer WDR-Beitrag zu Spitzers Buch über 'Digitale Demenz'.

 

 

 

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